Eine gelungene Aktion für die Artenvielfalt in Senden im Sommer 2017:

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ein wunderschöner Blühstreifen auf einer Wiese nahe des Waldfriedhofs, der uns bis weit in den Herbst hinein mit herrlichen Blüten erfreute.



Nähere Info und Fakten zum Insektensterben:

https://www.nabu.de/news/2017/10/23291.html


5. Artenschutzkonferenz in Münster am 25.3.2017:

Anläßlich dieser Veranstaltung wurde Dr. Willi Kraneburg von der WN interviewt.

 

Wir zitieren aus der WN vom 24.3.2017:

 

"Es ruft kein Kuckuck mehr“

 

Dr. Wilhelm Kraneburg über die 5. Artenschutzkonferenz


Kreis Coesfeld. Natur und Artenvielfalt liegen Dr. Wilhelm Kraneburg aus Senden ganz besonders am Herzen. Seit seiner Jugend setzt er sich für den Schutz der Natur und der Landschaft ein. Kraneburg ist Mitglied beim Naturschutzbund (Nabu) und als Kreistagsmitglied für die Grünen aktiv, die zur fünften Artenschutzkonferenz nach Münster einladen. Kraneburg hatte die Konferenz 2013 ins Leben gerufen.

 

 

Interview der WN mit Dr. Willi Krankeburg:

 

Herr Kraneburg, Sie laden jetzt zum fünften Mal zu einer Artenschutzkonferenz nach Münsteer ein. Wie kamen Sie auf diese Idee?


Kraneburg: Ich wollte dem stillen Verschwinden der bisherigen Artenvielfalt im Münsterland nicht tatenlos zusehen. Deshalb habe ich 2013 erstmalig eine Tagung organisiert, auf der die Grünen Kreisverbände gemeinsam mit den Naturschutzverbänden nach Möglichkeiten suchen, das Artensterben zu stoppen. Die Überschrift der diesjährigen Veranstaltung heißt: „2017 - Natur- und Artenschutz am Scheideweg“.

 


Welches Angebot wird den Besuchern bei der Artenschutzkonferenz gemacht?

 


Kraneburg: Es handelt sich um eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung, auf der Wissenschaftler, aktive Naturschützer und Politiker die Gründe für den drohenden „Stummen Frühling“ analysieren und Hilfsmaßnahmen vorschlagen. Umweltminister Johannes Remmel wird eine Leistungsbilanz seiner Amtszeit vorlegen und uns sagen, was die Politik in Zukunft zu tun gedenkt, um unser Naturerbe zu erhalten.

 


Hat sich die Situation für die Parklandschaft und die Artenvielfalt beispielsweise im Kreis Coesfeld nicht doch schon wieder gebessert?

 


Kraneburg: Für eine Entwarnung besteht kein Anlass. Der Flächenverbrauch geht unvermindert weiter. Die Parklandschaft verwandelt sich zunehmend in eine Produktionslandschaft. Weniger Vögel werden jetzt sogar in den Hausgärten und Parks beobachtet. Nach Kiebitz, Feldlerche und Rebhuhn sind inzwischen auch Fasan und Hase zu Raritäten geworden. Es ruft kein Kuckuck mehr, es gibt viel weniger Schwalben und die ursprüngliche Dichte an Fluginsekten ist auf ein Fünftel geschrumpft.

 


Inwiefern steht der Natur- und Artenschutz im Kreis Coesfeld in diesem Jahr am Scheideweg?

 


Kraneburg: Für den Artenschwund sind verschiedene Ursachen verantwortlich, zum Beispiel Lebensraumzerstörung, Landschaftszersiedlung, Monokulturen, Pestizideinsatz und Überdüngung. Um deren negative Auswirkungen abzufangen, muss dem Wildleben überall mehr Überlebensraum zur Verfügung gestellt werden. Gärten können zu Ökooasen, Rasenflächen zu Wildblumenwiesen und die Feldränder zu einem Biotopverbund ausgebaut werden. Die neue Wertschätzung der Raine und Wegeseitenstreifen und das für weitere fünf Jahre verlängerte Förderprogramm zur Restauration der Obstwiesen bedeuten zumindest erste positive Schritte in diese Richtung.

 


Die Tagung am Samstag, 25.3., in der Mehrzweckhalle der Stadtwerke Münster, Hafenplatz 1 beginnt um 13 Uhr und endet um 17.30 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, alle Interessierten können vorbeischauen.

 


Dazu die WN vom 31.3.2017:

"Gift spritzen in Gärten verbieten

 

Experten bei Artenschutzkonferenz in zentraler Forderung einig


Kreis Coesfeld / Münster. Eine positive Bilanz der „5. Grünen Artenschutzkonferenz“, die jetzt in Münster stattfand, haben die Grünen im Kreis Coesfeld gezogen. Fast 200 Besucher folgten den Vorträgen zu der zentralen Frage: „Was sind die Ursachen des dramatischen Verlustes in der Artenvielfalt und wie können wir diesen Trend stoppen?“ Einig waren sich alle Experten in der Forderung, dass chemische Pflanzenschutzmittel im Privatbereich sofort verboten werden müssten.

 


Vorbereitet hatte die Artenschutzkonferenz der grüne Umweltpolitiker Dr. Wilhelm Kraneburg (Senden). Neben einer Reihe von Fachleuten konnte er bei den Stadtwerken Münster NRW-Umweltminister Johannes Remmel begrüßen. Der trug die Fakten vor: Die biologische Vielfalt nehme vor allem in agrarisch geprägten Landschaften dramatisch ab. Bisherige Maßnahmen hätten den Rückgang der Pflanzen- und Tierwelt nicht umkehren können – „er hat sich sogar noch beschleunigt“. Die Rote Liste NRW weise mittlerweile fast die Hälfte der Arten als gefährdet oder bereits ausgestorben aus.

 


Die Experten bestätigten: Seit 1989 haben wir 75 % weniger flugfähige Insekten und Bienen. Dr. Martin Sorg, Entomologischer Verein Krefeld/LNU-NRW, und Dr. Gesine Schütte, Uni Hamburg/Netzwerk PAN, unterstrichen unisono, dass sich diese fatale Entwicklung nur mit Blühstreifen nicht umkehren lasse. Sorg empfiehlt, der Forderung des Umweltbundesamtes zu folgen und den Pestizideinsatz in Schutzgebieten grundsätzlich zu verbieten sowie Pufferzonen einzurichten. Auch in private Hände gehöre keine Giftspritze. „Solange der konventionelle Landbau noch den überwiegenden Teil der Flächen prägt und sogar Schutzflächen beeinflusst, muss er ökologische Mindestanforderungen erfüllen“, betonte Schütte. Dr. Jörn Krämer, Umweltreferent des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, erläuterte, welchen Beitrag die Landwirtschaft zum Erhalt der Artenvielfalt leisten könne. Er hoffe auf einen zunehmenden Einsatz von heimischen Wildpflanzen als Energiepflanzen für die Biogasanlagen."

 


Artenvielfalt in Senden und im Kreis Coesfeld

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Peter Bromberg

Der Erhalt sowie der Schutz der Artenvielfalt findet nicht nur im neuesten Landtagswahlprogramm (NRW -Nachhaltig. Natürlich. Ökologisch.) oberste Priorität, sondern war auch bei uns in Senden von Anfang an eine fundamentales Bestreben.

 

So setzt sich z.B. Dr. Kraneburg seit Jahrzehnten für den Erhalt von Obstwiesen ein, die von ihm zum großen Teil auch in eigener Regie gepflegt bzw. bewirtschaftet werden. Diese Ökosysteme sind bei uns in besonderem Maße geeignet, einer Vielzahl von Bestäubern als Nahrungs- und Wohnort zu dienen und können gleichzeitig auch wirtschaftlich genutzt werden.

 

Im Bereich der Drachenwiese und am Kanal wurden auf Anregung der Grünen und mit Unterstützung der Gemeinde zwei Grünstreifen etabliert, auf denen unterschiedliche Saatmischungen erfolgreich getestet wurden.

 

Ein weiteres großes Ziel wird es sein, bisher fremdgenutzte Randstreifen, die der Gemeinde gehören, zum Aufbau eines Verbundsystems vernetzter grüner Oasen umzufunktionieren. Überall dort, wo bislang in der Gemeinde monotone Rasenflächen oder Randstreifen vorliegen – und das gilt auch für die Außenflächen von Gewerbebetrieben – sollte es gelingen, Schritt für Schritt in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten viele bunte grüne Meter neu zu schaffen.

 


 berggeist007  / pixelio.de
berggeist007 / pixelio.de

 

Nitrat belastet unser Grundwasser

 

Die Bundesregierung veröffentlichte am 3.1.2017 den Nitratbericht für die Jahre 2012 bis 2014. Daraus geht wieder einmal hervor, dass unser Grundwasser überaus stark mit Nitrat belastet ist. Es stammt aus der Gülle und zusätzlichem Dünger, den die Landwirte auf die Ackerflächen ausbringen. Das Nitrat wird aus dem Boden gewaschen, kann nicht vollständig von den Pflanzen aufgenommen werden und reichert sich im Grundwasser an. Dabei gehört NRW zu den am stärksten belasteten Bundesländern.Doch aus diesem Wasser beziehen wir letztendlich unser Trinkwasser. Der Aufwand, Nitrat und andere Gifte dort herauszufiltern wird immer größer und teurer. Auch in den Nahrungsmitteln reichert sich u.a. Nitrat an, es gefährdet die menschliche Gesundheit u.a. durch:
-Behinderung der Jodaufnahme (mehr als 50% der Bevölkerung in Deutschland leidet unter Jodmangel, Gefahr für die Schilddrüse und Risiko der Kropfbildung)
-Umwandlung des Nitrats in Nitrit, z. B. im menschlichen Körper
-Nitritanionen behindern die Sauerstoffaufnahme des Blutes durch Komplexbildung mit Hämoglobin, das zu Methämoglobin wird (insbesondere eine Gefahr für Säuglinge, die nur über unzureichende körpereigene Schutzmaßnahmen verfügen)
-Ablagerung von Nitrit in den kleinsten Gefäßen, den Kapillaren, verursachen Durchblutungsstörungen

Wir fordern eine engmaschige Kontrolle der Nitratwerte auf regionaler Ebene, denn auch hier in Senden ist das Problem akut: 40% der Grundwasservorkommen sind überlastet, die Nahrungskette transportiert das Nitrat auf den Sendener Mittagstisch.

NRW-Umweltminister Johannes Remmel verlangt von der Bundesregierung eine schärfere Düngemittelverordnung.