11. Februar 2011

Lebensmittelreinheit

(Foto: Mark Mühlhaus)

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Landtag NRW

29/11 Düsseldorf, 10. Februar 2011

Lebensmitteln ohne Gentechnik gehört die Zukunft!

 

Der Ständige Ausschuss für die Nahrungsmittelkette und Tiergesundheit der EU hat gestern die Entscheidung darüber vertagt, ob die Null-Toleranz beim Import von nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Futtermitteln beibehalten wird. Dazu kommentiert Norwich Rüße MdL, landwirtschaftspolitischer Sprecher:


„Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, den Import von gentechnisch verun- reinigten Futtermitteln zu erlauben. Die Debatte um diesen Vorschlag zeigt, wie richtig der Landtagsbe- schluss war, dass NRW sich in Richtung einer gentechnikfreien Region entwickeln soll. Es ist gut und wichtig, dass die Kritikerinnen und Kritiker der grünen Gentechnik auf allen Ebenen aktiv werden. Es muss deutlich gemacht werden, dass eine Aufweichung der Null-Toleranz nicht in Frage kommt.


Lebensmittel, die frei von Agro-Gentechnik sind, werden zukünftig am Markt eine wichtige Rolle spielen. Neben der regionalen Herkunft und der Bioqualität wird die Produktion ohne Gentechnik ein weiteres Merkmal besonders hochwertiger Nahrungsmittel sein. Wir wollen, dass sich unsere nordrhein-westfälischen Bauern von diesem Marktsegment ein gehöriges Stück abschneiden! Denn dadurch ermöglichen wir ihnen zusätzliche Einkommenschancen jenseits des Massenmarktes und schützen gleichzeitig die Natur vor der Agro-Gentechnik.“

__________________

verantwortlich:

Sebastian Schaffer

- Pressesprecher -

Tel.: 0211 884 2180

www.gruene.landtag.nrw.de

ZUKUNFT IST JETZT!

Ergänzung am 23.02.2011:

Leider sieht das die Bundesregierung in Berlin ganz anders.Lesen Sie "Unverantwortlicher Dammbruch ..." durch Klick auf diese Zeilen.

 

 

Bio-Lebensmittel








Vergleich mit konventionell erzeugten Lebensmitteln.

Klicken Sie hier für eine PRESSEMITTEILUNG zu dem Thema.


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11. Juni 2011

EHEC & Co

(Fotomontage: Gerd Altmann, pixelio)

 

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen


NR. 0522
Datum: 10. Juni 2011


Grüne fordern Überprüfung des Risikomanagements bei Lebensmittelkrisen


Zu unserem Antrag "Bericht zum Risikomanagement bei Lebensmittelkrisen vorlegen" erklärt Nicole Maisch, Sprecherin für Verbraucherpolitik:

Wir hangeln uns von einer Krise zur nächsten – Gammelfleisch, Schweinegrippe, Dioxin und jetzt EHEC. Doch gelernt hat die Bundesregierung bisher nicht viel. Das Krisenmanagement ist nach wie vor unzureichend, und weder Aigner noch Bahr zeigen Führungsstärke in der aktuellen Krise.

Verbraucherinnen und Verbraucher werden durch täglich neue und widersprüchliche Informationen verunsichert. Eine Überprüfung des Krisenmanagements ist dringend notwendig. Wir fordern die Bundesregierung deshalb auf, bis Ende Oktober einen Erfahrungsbericht des Risikomanagements seit 2001 vorzulegen.
Vor allem die Koordination der Länder und die Informationspolitik der Bevölkerung in Lebensmittelkrisen müssen dabei auf den Prüfstand.

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Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen


NR. 0316
Datum: 8. April 2011


Bundesregierung zeigt kein ernsthaftes Interesse an nachhaltiger Landwirtschaft

 

Zur Antwort der Bundesregierung, welche Nachhaltigkeitskriterien sie im "Bundesprogramm zur Förderung des Ökologischen Landbaus und anderen Formen der nachhaltigen Landwirtschaft" anlegt, erklärt Cornelia Behm, Sprecherin für Ländliche Entwicklung:

Für das Bundeslandwirtschafts- ministerium ist alles nachhaltig, was gesetzlich zugelassen ist. Das macht die Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Gerd Müller auf meine Frage zu den Nachhaltigkeitskriterien im "Bundesprogramm zur Förderung des Ökologischen Landbaus und anderen Formen der nachhaltigen Landwirtschaft" deutlich. Eine eigene Nachhaltigkeitsdefinition schließt er eindeutig aus. Stattdessen verweist die Antwort auf die Anerkennung verschiedener existierender Zertifizierungssysteme, die weder einheitlich sind noch besonders hohe Standards haben.

Damit führt die Bundesregierung den Nachhaltigkeitsbegriff ad absurdum. Die Öffnung des Bundesprogramms für Ökologischen Landbau durch Union und FDP im letzten Herbst hatte nur ein Ziel: dem Ökolandbau weitere Fördermittel zu entziehen. Trotz aller gegenteiligen Behauptungen hält die Bundesregierung an ihrem ideologischen Feldzug gegen den Ökolandbau fest. Die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher spielen für Union und FDP - genauso wie bei der Energiepolitik - keine Rolle.

Gegenüber der konventionellen Landwirtschaft hat der Ökolandbau insbesondere bei der Forschung einen hohen Nachholbedarf. Das Bundesprogramm zur Förderung des Ökologischen Landbaus sollte helfen, diese Lücke zu verkleinern. Das versuchen Union und FDP mit allen Mitteln zu verhindern.


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Bauernverband spielt falsch!

(Total vernebelt !!)

 

Es werden nur die Interessen von Großbetrieben vertreten.

Näheres hierzu nach einem Klick auf diesen Text.

(Foto: pixelio, Daniel Stricker)

Bäuerliche Land- wirtschaft fördern!

Aber Ministerin Schavan hört leider nur auf die Agrarindustrie

Eine PRESSEMITTEILUNG der GRÜNEN-Bundestagsfraktion können Sie hier anklicken.

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Lesen Sie hierzu  auch den Bericht über eine Informa- tionsveranstaltung mit Biobauer Norwich Rüße (MdL)


(Foto: pixelio, Dieter Schuetz . . . . . . Klick+)


20. Januar 2012

Überproduktion

(Foto: Oliver Weber, pixelio)

 

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

NR. 0043
Datum: 20. Januar 2012

Deutsches Billigfleisch mindert den Hunger in der Welt nicht, Frau Aigner

 


Zu den Attacken von Agrarministerin Aigner während der Eröffnung der Grünen Woche gegen die Demonstration "Wir haben es satt" erklären Thilo Hoppe, Sprecher für Welternährung, und Harald Ebner, Sprecher für Agro-Gentechnik.


Frau Aigners Angriffe sind voller Zynismus und Hohn gegenüber den Hungernden der Welt und verdrehen die Tatsachen ins Gegenteil. Deutschlands und Europas industrielle Landwirtschaft und Agrarpolitik sind nicht die Lösung, sondern Teil des Problems.


Die EU-Überproduktion von Hähnchen und Milchpulver und deren Export zu Dumpingpreisen nach Afrika treibt die dortigen Bauern in den Ruin und hat zu noch mehr Hunger und Armut geführt. Die Abschaffung direkter Exportsubventionen ist zwar überfällig, dennoch machen diese nur einen sehr geringen Teil der 40 Milliarden Euro schweren jährlichen EU-Direktzahlungen aus, die vor allem an Großbetriebe fließen. Stattdessen muss der lokale Anbau von Nahrungsmitteln in Entwicklungsländern gefördert werden, damit diese unabhängig sind von Importen zu stark schwankenden Weltmarktpreisen.


40 Millionen Tonnen Futtermittel, meist aus Gen-Soja, werden aus Südamerika in die EU importiert. Für die Sojafelder werden wertvolle Naturgebiete zerstört, Kleinbäuerinnen und -bauern und Indigene von ihrem Land vertrieben und durch Pestizide wie Glyphosat vergiftet. Krebserkrankungen und Missbildungen haben dramatisch zugenommen, in der argentinischen Provinz Gran Chaco um das Drei- bis Vierfache. Diese indirekten Folgen des EU-Agrarmodells blendet Frau Aigner komplett aus.


Im Jahr 2010 flossen alle Fördermittel des Bundesforschungsministeriums zum Bereich "Welternährung" in Agrogentechnik-Projekte. Die Bundesregierung setzt damit weiterhin auf eine Technologie, die sich auch nach Meinung fast aller Entwicklungsexperten als vollkommen untauglich erwiesen hat. Immer mehr Studien belegen stattdessen, dass dem Hunger- und Armutsproblem nur durch ökologische und standortangepasste Anbaumethoden sowie gezielte Förderung von Kleinbäuerinnen und –bauern in Entwicklungsländern beizukommen ist.

Wenn Frau Aigner angesichts dieser Politik und aktueller Skandale tatsächlich behauptet, die Landwirtschaft habe sich "stark verändert zugunsten der Verbraucher, der Tiere und der Umwelt"  dürfte sie damit eher zahlreiche weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die morgige Demonstration auf die Straße treiben. Insofern: Vielen Dank für die Unterstützung bei der Mobilisierung, Frau Agrarministerin.

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16. Januar 2012

Genmanipulation

(Foto: Benjamin Klack, pixelio)

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

NR. 0023
Datum: 16. Januar 2012

Keine Zulassung für giftige Gen-Soja


Zur morgigen Abstimmung im neuen EU-Berufungsausschuss in Brüssel über die Zulassung von vier gentechnisch veränderten Sojabohnensorten als Futter- und Lebensmittel in der EU erklärt Harald Ebner, Sprecher für Agrogentechnik:

Schon in der Vorabstimmung im ständigen EU-Ausschuss im November hatte die Bundesregierung hinter verschlossenen Türen für die Zulassung der Gen-Bohnen gestimmt. Das belegt einmal mehr das skandalöse doppelte Spiel von Agrarministerin Aigner, die sich in der Öffentlichkeit gerne Gentech-kritisch und verbrauchernah gibt, um dann, wenn es auf EU-Ebene zur Sache geht, entgegengesetzt zu handeln. Will sie sich einen Rest verbraucherpolitischer Glaubwürdigkeit bewahren, muss Deutschland morgen gegen die Zulassung der giftigen Bohnen stimmen.

Die "Basta-Bohnen" von Bayer sollen erstmals in der EU als Lebens- und Futtermittel zugelassen werden. Sie sind resistent gegen das Unkrautvernichtungsmittel Glufosinat. Dieser Stoff schädigt selbst nach Ansicht von EU-Experten die Fruchtbarkeit, gefährdet ungeborene Kinder und soll deshalb in der EU ab 2017 vollständig verboten werden. Es wäre also komplett widersinnig, wenn jetzt eine Sojabohnensorte für zehn Jahre als Lebens- und Futtermittel zugelassen würde, die garantiert Rückstände dieses Gifts enthält. Auf unsere kritische Nachfrage im Bundestag, warum Deutschland dennoch zugestimmt habe, wich Agrar-Staatssekretär Beter Bleser aus und nuschelte, der Anbau dieser Pflanzen sei "nicht zwingend" mit der Anwendung "dieses Glyphosates" verbunden. Dabei ist die Kombination von Pestizid und Gen-Pflanze gerade der "Sinn" solcher herbizidtoleranter Sorten:


Roundup-Ready-Soja von Monsanto wird beim Anbau vor allem in Südamerika massiv mit dem Alles-Killer-Unkrautvernichter Glyphosat behandelt. In den importierten Sojabohnen sind hohe Rückstandswerte des Pflanzengifts zu befürchten, die bisher in Deutschland aber noch nicht einmal kontrolliert werden. Eine Verlängerung der Roundup-Ready-Zulassung darf es daher auf keinen Fall geben.

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11. Januar 2012

Antibiotika in der Tiermast

(Foto: Thommy Weiss, pixelio)

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen


NR. 0011
Datum: 11. Januar 2012

Weil Aigner nicht handelt:

NRW startet Datenbank für Antibiotika

 


Zur heute von der NRW-Landesregierung vorgestellten Initiative zum Aufbau einer Datenbank zum Einsatz von Antibiotika in der Hähnchenmast erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Es ist gut, das Nordrhein-Westfalen diese Initiative jetzt startet. Wir brauchen endlich Transparenz bei der Antibiotikavergabe, damit Missbrauch und massiver Einsatz zeitnah geahndet werden können. Leider ist die NRW-Landesregierung nach geltender Rechtslage darauf angewiesen, dass Tierärzte und Landwirte die Daten freiwillig einspeisen: Denn Ilse Aigner weigert sich weiterhin, die gesetzlichen Grundlagen für eine zentrale Datenbank zu schaffen, in der jede Verschreibung bei Nennung von Tierarzt und Landwirt zeitnah erfasst wird und den Landeskontrollbehörden zugänglich ist.


Auch in ihrem neuesten Maßnahmenpaket sieht die Bundesregierung keine Regelung vor, die diese Transparenz-Lücke schließt. Als Begründung wird der Datenschutz ins Feld geführt. Das ist unverantwortlich und zeigt erneut, dass Ilse Aigner die Interessen von Agrarindustrie und deren Groß-Dealern höher einstuft, als die der Bürgerinnen und Bürger.

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6. September 2011

Lebensmittel im Müll !

(Foto: siepmannH, pixelio)

 

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen


NR. 0769
Datum: 6. September 2011

Essensvernichtung endlich vermindern

 


Zur massiven Verschwendung von Lebensmitteln in Deutschland und zur Premiere des Films "Taste the Waste" in Berlin sowie der Vorstellung des Buches "Die Essensvernichter", erklärt Nicole Maisch, Sprecherin für Verbraucherschutz:

Wir fordern Ministerin Aigner auf, endlich in Verhandlungen mit dem Handel und den Lebensmittelproduzenten zu treten. Wir brauchen klare Zielvorgaben zur Reduzierung der Lebensmittelabfälle im Handel, zudem müssen die Mindesthaltbarkeitsdaten, die nichts mit der Genießbarkeit zu tun haben, überarbeitet werden. Außerdem müssen regionale Wirtschaftskreisläufe, in denen deutlich weniger Verlust anfällt, stärker gefördert und die Grundsätze der nachhaltigen Qualitätsproduktion in der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik verankert werden.

Die Bundesregierung schiebt wieder mal die Verantwortung den Verbraucherinnen und Verbrauchern zu. Viel zu lange hat sie das Thema verschlafen. Erst auf Druck der medialen Öffentlichkeit will sie bis Ende des Jahres genaue Zahlen zum Ausmaß der Verschwendung in Deutschland vorlegen. Politische Initiativen, die Handel und Erzeuger zu mehr Effizienz bringen und zu einer Verringerung der Verschwendung führen, sind nicht in Sicht. Stattdessen setzt Schwarz-Gelb weiter auf billige Massenware und subventionierte Überproduktion.


Schätzungsweise 20 Millionen Tonnen Lebensmittel werden allein in Deutschland Jahr für Jahr weggeworfen. Dabei wären die meisten Produkte noch gut zum Verzehr geeignet. Schuld daran sind unter anderem unsinnige Handelsnormen sowie falscher Transport und Lagerung. Zu große Packungen und Schnäppchenangebote animieren zum Kauf unnötiger Lebensmittelmengen, die danach im Müll landen.

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1. September 2011

Tierquälerei

(Foto: Nico Lubaczowski, pixelio)

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

 

NR. 0752

Datum: 1. September 2011

Bund und Länder müssen Förderung der Massentier- haltung beenden

 

Zu dem Bericht über die Zustände in der Hühnerhaltung in Deutschland erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

 

Der ARD-Bericht über die Zustände in der Massentierhaltung in Deutschland zeigt, dass hier dringender politischer Handlungsbedarf besteht. Massentierhaltung ist in Deutschland nicht nur legal, sondern wird von der Bundesregierung aktiv gefördert. Sowohl die massive Subventionierung von Tierfabriken, als auch die Förderung des Fleischexports durch die Bundesregierung tragen zur Ausweitung dieser Haltungssysteme bei und benachteiligen tiergerechte Haltungsformen.


Mit unseren Anträgen zur Änderung des Baugesetzbuches und der gesetzlichen Regeln zur Tierhaltung sowie zur Streichung der Investitionsförderung für Stallbauten haben wir konkrete Vorschläge zur Eindämmung der Massentierhaltung vorgelegt. Die schwarz-gelbe Koalition hat diese Anträge abgelehnt und blockiert regelmäßig sogar die Tierschutzinitiativen von Ministerin Ilse Aigner.

 

Wir fordern Bund und Länder auf, das Ordnungsrecht und die Förderpolitik so zu reformieren, die Massentierhaltung wirksam einzugrenzen und die Wettbewerbsfähigkeit artgerechter Haltungsformen zu stärken.

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22. Juni 2011

Finanzspekulation mit Nahrungsmitteln

(Foto: Günter Havlena, pixelio)

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen


NR. 0545
Datum: 21. Juni 2011

Spekulation mit Agrarrohstoffen effektiv eindämmen


Anlässlich des G20-Agrarministertreffens am 22. und 23. Juni in Paris erklärt Thilo Hoppe, Sprecher für Welternährung:

Die im Vorfeld zum G20-Agrarministertreffen durchgesickerte Abschlusserklärung ist eine herbe Enttäuschung. So wird die Regulierung der Warenterminbörsen und des Derivatehandels allein den Finanzministern der G20 überlassen. Diese hatten zwar im April erklärt, dass sie den Empfehlungen der internationalen Börsenaufsichten folgen und exzessive Spekulationen mit Agrarrohstoffen eindämmen wollen. Hier sollten jedoch auch die Agrarexperten ein Wort mitzureden haben.


Preise für Agrarrohstoffe werden auch im kommenden Jahrzehnt noch extrem hoch bleiben und starken Schwankungen unterliegen. Mit dieser Aussage machten die OECD und die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) vergangenen Woche Schlagzeilen. Die Volatilität auf den weltweiten Rohstoffmärkten und deren Auswirkung auf die Ernährungssituation in Entwicklungsländern seien eine der bedeutendsten Themen unserer Zeit, so die beiden Organisationen.

Wir sind der Meinung, dass das Wetten auf die Verteuerung von Lebensmitteln – und damit auf den Hunger von Millionen von Menschen – ethisch verantwortungslos ist. Die Märkte für Agrarrohstoffe müssen weitestgehend von anderen Finanzmarktsegmenten abgekoppelt werden.
In einem Antrag legen wir der Bundesregierung ein konkretes Maßnahmenbündel zur wirksamen Eindämmung der Agrarspekulation vor. Wir fordern Bundesagrarministerin Aigner auf, nicht hinter ihre laustarken Ankündigungen einer strengen Regulierung der Zocker auf den Finanzmärkten zurückzufallen, sondern sich auf europäischer und internationaler Ebene für die zeitnahe Umsetzung der von uns eingebrachten Maßnahmen einzusetzen.

Bundestagsfraktion
Bündnis 90/Die Grünen
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10. Juni 2011

Agrarfabriken stoppen

Maismonokulturen (Foto: Dagmar Semet-Kreuz, pixelio)

 

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen


NR. 0515
Datum: 9. Juni 2011


Bauern protestieren für eine Agrarwende

 


Zur heutigen Abschlusskundgebung der Bauernsternfahrt vor dem Kanzleramt erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Es ist gut, dass sich Bäuerinnen und Bauern aus allen Winkeln der Republik mit ihren Traktoren nach Berlin aufmachen, damit sich nicht nur beim Thema Energie sondern auch in der Agrarpolitik etwas ändert. Wir unterstützen die Landwirte in ihrem Protest gegen die schwarz-gelbe Bundesregierung, die trotz Lebensmittelkrisen und weltweiten Hungersnöten weiterhin auf Agrarindustrie und Export setzt.

Ein solcher Kurs hat seine Akzeptanz in der Bevölkerung verloren, weil er erkennbar dem Gemeinwohl schadet. Dieser Kurs setzt bäuerliche Betriebe unter starken Existenzdruck. Er schadet Klima und Umwelt. Er bedeutet millionenfaches Leid für Tiere in Agrarfabriken, die schon heute ganze Landschaften verschandeln. Wir fordern die Bundesregierung auf, die Proteste aus der Bevölkerung nicht länger zu ignorieren und ihre Agrarpolitik grundsätzlich zu überdenken.


Gelegenheit dazu bietet die anstehende Reform der EU-Agrarpolitik. Wir fordern die Bundesregierung auf, die Reformvorschläge von EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos zu unterstützen, der Direktzahlungen künftig an ökologische und soziale Leistungen koppeln möchte.

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12. Mai 2011

Kein Umdenken in der Agrarpolitik

(Foto: Thomas-Max Müller, pixelio)

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen


NR. 0419
Datum: 11. Mai 2011

Agrarbericht  2011: Schönreden einer falschen Agrarpolitik


Zum heute vorgelegten Agrarbericht der Bundesregierung erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Der Agrarbericht ist Ausdruck der falschen und ziellosen Agrarpolitik der Bundesregierung und strotzt vor Widersprüchen:


Die Zustimmung zur Analyse von Agrarkommissar Ciolos, dass in der Landwirtschaft mehr für den Klima-, Umwelt- und Artenschutz getan werden muss, steht im krassen Widerspruch zu der totalen Verweigerungshaltung der Bundesregierung bei den Verhandlungen der von Ciolos vorgeschlagenen Reform der EU-Agrarpolitik. In Wahrheit steht Frau Aigner inzwischen weitgehend allein als Reformverweigerin da.


Das Eingeständnis, dass die Landwirtschaft weltweit mit 18 Prozent und in Deutschland mit 13 Prozent zum Klimawandel beiträgt, ist richtig. Es widerspricht aber der bisher von Aigners Parlamentarischem Staatssekretär vertretenen Haltung, es seien weltweit allenfalls sieben Prozent und in Deutschland höchstens elf Prozent.

Die Bundesregierung bestätigt den besonderen Beitrag des Ökologischen Landbaus zum Ressourcenschutz. Verschwiegen wird, dass Schwarz-Gelb das Bundesprogramm Ökologischer Landbau faktisch abgeschafft hat und nichts unternimmt, um die stark ansteigende Nachfrage nach Bioprodukten durch heimisches Angebot zu befriedigen.


Die aggressive Exportstrategie der Bundesregierung wird verteidigt, obwohl diese die negative Klimabilanz der Landwirtschaft und die Massentierhaltung in Deutschland weiter verschärft.


Tierschutzmaßnahmen wie das Verbot von Neuzulassungen von Käfigen für Legehennen oder der betäubungslosen Ferkelkastration werden erneut angekündigt, während die Koalition im Bundestag alles tut, um diese zu verhindern.


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21. April 2011

Saatgutverunreinigung / Gentechnik

(Foto: Rainer Sturm, pixelio)

 

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen


NR. 0358
Datum: 20. April 2011


Erfolgreiche Petition: Zulassung von Gen-Pflanzen stoppen


Zur gestern erfolgreich abgeschlossenen ersten Phase der Bundestags-Petition für einen Zulassungsstopp gentechnisch veränderter Pflanzen erklärt Ulrike Höfken, Sprecherin für Agro-Gentechnik und Ernährungspolitik:

Mehr als 60.000 Menschen haben in den ersten drei Wochen eine öffentliche Petition für einen Anbaustopp von gentechnisch veränderten Pflanzen unterzeichnet und damit das erforderliche Quorum von 50.000 weit übererfüllt. Das zeigt einmal mehr, dass die Risikotechnologie nicht gewollt ist. Jetzt muss der Petitionsausschuss des Bundestages das Thema in einer öffentlichen Sitzung behandeln und dabei den Petenten Felix Prinz zu Löwenstein vom Bund für ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) anhören.

Derzeit warten 28 gentechnisch veränderte Pflanzen auf ihre EU-Zulassung. Die Petition fordert, dass die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen sofort gestoppt wird. Begründung: die mangelhafte und unzureichende Prüfung gesundheitlicher, ökologischer und sozio-ökonomischer Risiken im Rahmen des EU-Zulassungsverfahrens.

Wir freuen uns sehr über diesen Erfolg der gentechnikkritischen Bewegung und fordern die Bundesregierung auf, politische Konsequenzen aus den fundierten Einwänden der Bürgerinnen und Bürger zu ziehen: Deutschland muss sich bei der EU für ein Zulassungsmoratorium und für eine deutliche Verbesserung der Zulassungsverfahren für Gen-Pflanzen einsetzen.

Die Petition kann auf Internetseiten des Petitionsausschusses weiterhin mitgezeichnet werden. Auf der Bundestagshomepage werden übrigens nur die Online-Zeichnungen angezeigt. Bis zum Ablauf des gestrigen Stichtags wurdenzusätzlich zu den über 38.000 Internet-Zeichnungenetwa 30.000 schriftliche eingereicht.

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ZUKUNFT IST JETZT!

 

Eierkauf ist Zahlensache - nicht nur zu Ostern!

(Foto: Ernst Rose, pixelio)

 

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Landtag NRW

Düsseldorf, 20. April 2011

 

Beer: Kein Ei mit der 3!

 

 

In der Osterzeit werden millionenfach Ostereier in die Nester gelegt. Darunter befinden sich leider immer noch unzählige Eier aus Käfighaltung. Dazu erklärt Sigrid Beer MdL, Parlamentarische Geschäftsführerin:

„Beim Einkauf für das Osterfest sollten Verbraucherinnen und Verbraucher ein klares Signal geben und sich gegen Eier aus Käfighaltung entscheiden. Es liegt in ihrer Hand, die Tierquälerei durch bewusste Kaufentscheidungen zu beenden. Deshalb ist es wichtig, Eier aus ökologischer Haltung oder zumindest aus Freilandhaltung zu wählen. Diese erkennt man anhand der folgenden Kategorisierung:

 

0 = artgerechte Haltung

Die Hühner haben stets die Möglichkeit zum Auslauf und können im Gras nach Würmern scharren. Es gibt getrennte Bereiche zum Liegen, Koten und Essen. Die Tiere bekommen ökologisches Futter ohne Antibiotika oder sonstige Zusätze.

 

1 = Freilandhaltung

Tagsüber haben die Hühner Gelegenheit zum Auslauf. Es gibt Sitzstangen, Nester und Einstreu. Für ein Huhn sind vier Quadratmeter vorgesehen.

 

2 = Bodenhaltung

Hierbei handelt es sich um eine Stallhaltung. Ein Drittel der Fläche ist eingestreut, der Rest den Bodens besteht aus Gitter und Latten.

 

3 = Käfighaltung

Die Hühner haben keine Möglichkeit, natürliche Verhaltensweisen auszuleben: Kein Flattern, kein Scharren, keine sozialen Kontakte. Die Käfige stehen auf Drahtgestellen mehrstöckig übereinander. Es gibt weder Sitzstangen noch Nester. Ein Huhn hat den Platz von zwei Dritteln einer Din-A-4-Seite.“

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9. April 2011

Auch in Senden: Immer mehr Riesenmastställe

(Foto: Erich Westendarp)

Volkswirtschaftliche Rolle der Landwirtschaft inzwischen umstritten


von Elke Preisinger


Die Diskussionsveranstaltung der Sendener Grünen zum Thema „Stopp! Keine Großmastanlagen und Agrarfabriken“ sorgte am Donnerstag in der Gaststätte Söbbecke für einen vollen Saal. Zuerst referierte Norwich Rüße, Mitglied des Landtags und Sprecher für Landwirtschaft und Naturschutz über seine Sicht der Dinge. Zwar sehe er sehr wohl das enge Korsett der Landwirte, aber es gehe auch um Ethik: „Die Landwirtschaft sei noch nie so von der Gesellschaft herausgefordert worden, wie heute“. Die sogenannte Torschlusspanik, dass auf einmal so viele Landwirte immer größere Mastanlagen mit über 1500 Tieren bauen wollen, habe laut Rüße nichts mit der rot-grünen Landesregierung zu tun, sondern sei schlicht dem Prinzip „wachse oder weiche“ geschuldet.


Rüße, selbst Landwirt, zeigte viel Verständnis für die Zwänge, die durch die Märkte vorgegeben würden, aber mahnte auch dazu, den Tierschutz nicht außer Acht zu lassen. Vielen ginge der Tierschutz nicht weit genug: „Ich kenne keine Branche, die so stark Kunden verloren hat, wie Landwirte“, sagte er und deutete mit Extrembeispielen wie Schnäbelkürzen bis auf den Nerv und Überzüchtungen in der Putenhaltung an, dass die Forderung nach mehr Ethik in der Landwirtschaft und Tierhaltung keine spleenige Randerscheinung mehr ist, wie auch jüngste Demonstrationen auf der grünen Woche in Berlin mit 20.000 Menschen beweisen.


Während die Landwirte im Publikum Rüße als Fachmann noch geduldig zuhörten, hatte es Klaus Richter, der Sprecher der Bürgerinitiative für die Werterhaltung der Region Billerbeck danach schon schwerer, denn er schnitt ein heikles Thema direkter an: die Gefahr durch Großmastanlagen nicht nur für die Tiere, sondern auch für Mensch und Umwelt. Richter betonte, dass es ihm und seinen zahlreichen Mitstreitern auch um die Region gehe: „Wo enden wir mit der Fülle an Gülle?“, fragte er, denn mit jeder Baugenehmigung für einen Großmastbetrieb entstehe auch mehr Belastung für die Umwelt. Im Nottulner Raum sei das Überschreiten der Nitratwerte beispielsweise immer wieder ein Problem.


Als er zu den Themen Antibiotika-Einsatz und Gefahren durch Keime aus der Massentierhaltung kam, fühlten sich einige anwesende Landwirte angegriffen, aber dank der guten Moderation durch Wilhelm Kraneburg und den weiterführenden Fragen anderer interessierter Zuhörer, die ihre Ängste als Verbraucher deutlich machten, blieb es insgesamt bei einer respektvollen Diskussion, die allerdings sehr breite Themenspektren nur unzureichend abdecken konnte. Um ein wenig Quadratur in den Kreis zu bringen, schlug Rüße vor, neue Rahmenbedingungen zu schaffen: „Der Landwirt von heute ist zum reinen Rohstoff Lieferanten degradiert.“ Noch dazu verdiene er daran schlecht, denn mittlerweile gehen 50% des Fleisches über Discounter. Der Verbraucher sei gefragt und das Herausstellen regionaler Qualtitäten.


 


16. Februar 2011

Bäuerliche Landwirtschaft statt Agrarfabriken

Das ARD-Morgenmagazin hat am 16.02.2011 zwei bemerkenswerte Reportagen zum obigen Thema gesendet.

Im ersten Beitrag wird die Billerbecker Bürgerinitiative gegen Agrarfabriken mit ihren Zielen vorgestellt. Den Beitrag finden Sie beim Klick auf die folgende Zeile:


http://mediathek.daserste.de/daserste/servlet/content/6491426?pageId=&


Im Beitrag Nummer zwei wird der Grüne Bundestags- abgeordnete Friedrich Ostendorf auf seinem Biohof vorgestellt, wobei verschiedene Produktionsmethoden zur Sprache kommen. Dazu bitte hier anklicken:


http://www.daserste.de/mediathek_blank/play.asp?cid=169037




Eine Mitteilung der GRÜNEN-Bundestagsfraktion zu dem Thema: "Wie die Bundesregierung den Bio-Boom zu bremsen versucht" finden Sie beim Klick auf diese Zeilen.