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29. Januar 2011

Suchtprävention

Die Anzahl der Fälle von Alkoholmissbrauch nehmen kontinuierlich zu, doch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung unternimmt praktisch nichts.

Eine Stellungnahme der GRÜNEN finden Sie beim Klick auf diesen Text.

(Foto: M.Watzek, pixelio)

Demografischer Wandel

(Foto: Rainer Sturm, pixelio)

 

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Für eine neue Kultur des Alterns

Zum internationalen Tag des älteren Menschen am 01. Oktober 2010 erklärt
Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Alten- und Pflegepolitik:

Nie zuvor gab es so viele ältere Menschen in Deutschland. Gemessen an der Gesamtbevölkerung wird die Altersgruppe der 65-Jährigen und älter von heute 20 Prozent auf 34 Prozent im Jahr 2060 steigen. Das ist eine Errungenschaft der heutigen Zeit, die uns aber auch zum Umdenken auffordert. Denn gleichzeitig ist keine Lebensphase von einer derart großen Vielfalt geprägt wie das Alter.

Neben den fitten und agilen älteren Mitmenschen, die sich gerne engagieren und gebraucht werden wollen, sind da die Hilfebedürftigen, die unserer Unterstützung bedürfen. Und es gibt ein buntes Dazwischen. Diese Unterschiede gilt es zu berücksichtigen.
Wir brauchen eine Kultur, die das Älterwerden respektiert und die ermöglicht, dass die Generationen voneinander profitieren. Wir brauchen ein Miteinander, dass das Engagement Älterer fördert und Hilfebedürftigen auf Augenhöhe begegnet. Mit anderen Worten: Wir brauchen ein realistisches Bild des Alterns. Denn Alter wird noch zu oft als Endstadium und Abstellgleis verstanden. Um ältere Menschen ernsthaft zu beteiligen, benötigen wir ein lebensnahes Altersbild. Dabei sind alle Entscheidungsträger beispielsweise aus Wirtschaft, Medien, Politik genauso gefordert wie jeder Einzelne von uns.

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17. Januar 2012

Patientenrechte

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

NR. 0019
Datum: 16. Januar 2012

Patientenrechtegesetz: Regierungspläne sind nur Trostpflaster für Patienten


Zu den jetzt bekanntgewordenen Regelungen zum geplanten Patientenrechtegesetz von-Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger und Gesundheitsminister Bahr erklärt Maria Klein-Schmeink, Sprecherin für Prävention und Patientenrechte:

Wie zu erwarten, legen die beiden Minister nur ein Trostpflästerchen für die Patienten vor. Faktisch vermeiden die FDP-Minister jegliche Regelung, die Auflagen für die Ärzteschaft bringen würde. Sie sehen keine durchgreifenden Verbesserungen für Patienten vor, die Opfer eines Behandlungsfehlers oder - wie aktuell - von schädlichen Medizinprodukten wurden. Die Beweislastumkehr bei einem groben Behandlungsfehler ist schon jetzt ständige Rechtsprechung unserer Gerichte.

Nach den jetzt veröffentlichten Vorschlägen muss auch weiterhin ein Patient, obwohl nachweislich ein Behandlungsfehler vorliegt, beweisen, dass dieser ursächlich für den erlittenen Schaden ist. Dieser Nachweis ist für einen Laien denkbar schwer zu führen und ist keine faire Rechtsposition.


Wir vermissen weiterhin eine gesetzlich verbindliche Regelung zu Fehlermelde- und Fehlervermeidungssystemen in den Krankenhäusern. Es reicht nicht, die Krankenhäuser mit finanziellen Anreizen dazu bewegen zu wollen. Die Patienten müssen sich darauf verlassen können, so wie man sich heute beim Einstieg in ein Flugzeug darauf verlassen kann, dass es einen Funktionscheck gegeben hat.

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(Foto: Erich Westendarp)

22. Januar 2011

Kapitaldeckung in der Pflegeversicherung?

Kapitaldeckung pflegt nur den Gewinn der Versicherungs- konzerne (Foto: Bardewyk, pixelio)


Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen


NR. 0049
Datum: 21. Januar 2011

Pflegereform: Ersatzkassen legen den Finger in die Wunde


Zur Kritik der Ersatzkassen an der ergänzenden Kapitaldeckung in der Pflegeversicherung erklärt Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik:

Die Kritik der Ersatzkassen deckt sich mit den Bedenken, die wir seit Unterzeichnung des schwarz-gelben Koalitionsvertrages äußern. Die von Union und FDP geplante private kapitalgedeckte Zusatzversicherung ist fachlich fragwürdig und bewirkt nur eines: Die Entsolidarisierung der Pflegeversicherung.

Wir fordern schon seit Jahren, eine Kapitalreserve im bestehenden Solidarsystem aufzubauen, wie es jetzt auch die Ersatzkassen vorschlagen. Mit dem grünen Modell einer "solidarischen Demografiereserve" werden die steigenden Pflegekosten kollektiv abgefedert, ohne den Einzelnen damit zu überfordern.

Vor allem aber brauchen wir eine Pflege-Bürgerversicherung. Alle Bürgerinnen und Bürger sollen nach ihrer Leistungsfähigkeit in die Bürgerversicherung einzahlen. Auch dadurch werden die steigenden Pflegekosten sozial gerecht und solidarisch geschultert.



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3. Dezember 2010

Gesellschaftspolitik

(Foto: A.E.Arnold, pixelio)


Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

NR. 1432
Datum: 2. Dezember 2010

Grundlegende Menschenrechte für Menschen mit Behinderungen ermöglichen

Zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen am 03. Dezember erklärt Markus Kurth, Sprecher für Behindertenpolitik:

Es wird höchste Zeit, dass auch für Menschen mit Behinderungen fundamentale Menschenrechte gelten. Noch immer werden junge Menschen mit Behinderungen gegen ihren Willen in Altenheime untergebracht. Die Deutsche Bahn AG kommt beim barrierefreien Umbau ihrer Bahnstationen nur im Schneckentempo voran. Kinder werden zum Besuch der Sonderschule gedrängt oder gar gezwungen.  Menschen müssen trotz oftmals eindeutiger Rechtslage um die Finanzierung von Rollstühlen oder Hörgeräten bei Krankenkassen und Ämtern kämpfen.

Alle staatlichen Ebenen in Deutschland müssen ihr Engagement zur Umsetzung der UN-Behindertenrechts- konvention steigern. Die Bundesregierung hat die große Chance, mit einer Reform der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen deren Wunsch- und Wahlrechte konsequent zu ermöglichen. Sie sollte diese Chance nicht vertun.

Wir treten für eine Gesellschaft ein, in der Menschen mit Behinderungen an allen gesellschaftlichen Tätigkeiten teilhaben können.


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20. Januar 2012

Babyklappen

(Foto: meltis, pixelio)

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen


NR. 0039
Datum: 20. Januar 2012

 


Anonyme Geburt: Schröder soll Diskussion auf Fachebene führen

 


Zur Ankündigung von Bundesministerin Kristina Schröder, eine gesetzliche Regelung für anonyme Geburten und Babyklappen zu schaffen, erklären Monika Lazar, Sprecherin für Frauenpolitik, und Biggi Bender Vorsitzende der AG Biotechnologie und Bioethik:

Erneut kündigt Kristina Schröder, wie beispielsweise auch schon bei den Neuregelungen des Gleichberechtigungs- und des Prostitutionsgesetzes, über die Presse eine Gesetzesinitiative an. Schade nur, dass von diesen Entwürfen aus ihrer Schublade nie einer auf den Parlamentstisch kommt. Stets sollen die Abgeordneten des Deutschen Bundestages die Diskussion der Koalition abwarten, da deren Meinungsbildung noch nicht abgeschlossen ist.


Bei der anonymen Geburt beziehungsweise zu Babyklappen dürfte der Abstimmungsprozess noch nicht einmal begonnen und die die Uneinigkeit innerhalb der Koalitionsfraktionen groß sein. Aber mit der Presse plaudert die Ministerin in diesem Stadium gerne über ihre Ideen und Vorhaben. Wir sind es langsam leid, dass die Diskussion nicht auf Fachebene geführt wird, sondern nur zur PR der Ministerin taugt.


Über Babyklappen, anonyme Übergabe und anonyme Geburt sowie die damit verbundenen rechtlichen Grauzonen wird seit Jahren unter den Abgeordneten aller Fraktionen diskutiert. Die Kurzfassung des Gutachtens des Deutschen Jugendinstituts (DJI) macht deutlich, dass dringender Regelungsbedarf besteht. Sollte der Vorschlag der Ministerin den Weg ins Parlament finden, sind wir bereit, eine geeignete Lösung zu finden.

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19. Januar 2012

Pflegeleistungen bei Demenz

(Foto: Gerd Altmann, pixelio)

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

 


NR. 0034
Datum: 19. Januar 2012

Pflegereform: Aus wenig wird weniger

 


Zu den Planungen der schwarz-gelben Koalition für einen Gesetzentwurf zur Pflegereform erklärt Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik:

Die Pflegereform von Schwarz-Gelb wird immer peinlicher. Zuerst werden marginale Leistungsverbesserungen für Menschen mit Demenz angekündigt. Ein paar Stunden später muss Gesundheitsminister Bahr die Zahlen nach unten korrigieren, weil die Union nicht mitspielen will. So bleibt von wenig noch weniger.

Es ist wichtig und längst überfällig, dass die Leistungen für Demenzkranke verbessert werden. Die Vorhaben der Bundesregierung sind völlig unzureichend. Notwendig wäre die Reform des Pflegebegriffs. Die verschiebt Schwarz-Gelb auf unbestimmte Zeit.


Eine grundlegende Pflegereform ist ohne eine solide und nachhaltige Finanzierung nicht möglich. Die beschlossene Beitragssatzerhöhung um 0,1 Prozent erbringt schlicht zu wenige Mehreinnahmen, um daraus substanzielle Leistungsverbesserungen auf Dauer bezahlen zu können.

Der FDP ist das egal. Sie will vor allem schnell Geschenke ans Wahlvolk verteilen, auch wenn die Mittel der Pflegeversicherung dafür nicht ausreichen. Auch die Union ist nur zu Schmalspurverbesserungen bereit. Diese Reform ist mit diesen Laiendarstellern einfach nicht zu retten.

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29. Juni 2011

Organspenden

(Foto: Thorben Wengert, pixelio)

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen


NR. 0567
Datum: 27. Juni 2011

Organspende: Die guten parlamentarischen Sitten müssen gewahrt werden


Zu den Äußerungen von CDU/CSU-Fraktionschef Kauder und dem gesundheitspolitischen Sprecher der SPD-Fraktion Lauterbach, bei der Organspende zeichne sich ein fraktionsübergreifender Konsens für eine sog. Entscheidungslösung ab, erklären Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Pflegepolitik, und Harald Terpe, Sprecher für Sucht- und Drogenpolitik:

Es gibt keinen parteiübergreifenden Konsens über die Entscheidungslösung. Das parlamentarische Verfahren zu diesem Thema hat noch gar nicht begonnen. So wie die Herren Kauder und Lauterbach es versuchen, kann man mit einem solch heiklen und hochsensiblen Thema wie der Organspende nicht umgehen. Üblicherweise werden solche Themen aus der Mitte des Parlaments heraus angeschoben und nach einem sorgfältigen Diskussions- und Abwägungsprozess entschieden. Daran sollten sich auch Kauder und Lauterbach halten und die anderen Fraktionen nicht unter Druck setzen.

Erst am Mittwoch dieser Woche findet in einem allerersten Schritt eine öffentliche Anhörung des Gesundheitsausschusses zu ethischen Aspekten der Organspende statt. Diese Anhörung wurde von den Fraktionsvorsitzenden aller Fraktionen gemeinsam beschlossen, um eine solide Grundlage für eine Entscheidung zu erhalten. Dies ist auch bitter nötig, denn weder Kauder noch Lauterbach können bisher auch nur im Ansatz darlegen, wie die sog. Entscheidungslösung in der Praxis konkret aussehen soll. Sollen die Bürgerinnen und Bürger zu einer Entscheidung über die Organspende verpflichtet werden, oder soll diese freiwillig bleiben? Wo und wann sollen die Bürgerinnen und Bürger diese Entscheidung treffen? Wer fordert sie zu dieser Entscheidung auf? Wo und wie soll diese Entscheidung dokumentiert werden? Was geschieht, wenn eine Bürgerin/ ein Bürger diese Entscheidung wieder ändern will?


Bevor diese Fragen nicht ausführlich diskutiert worden sind und bevor überhaupt ein Gesetzentwurf vorliegt, kann es in keine Richtung eine Positionierung geben.


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15. Juni 2011

Teilhabe für Menschen mit Behinderungen

(Foto: Uta Herbert, pixelio)

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

 

NR. 0530
Datum: 15. Juni 2011

Nationaler Aktionsplan: Der große Wurf bleibt aus

 


Zum Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechts- konvention, der heute vom Kabinett beschlossen wurde, erklärt Markus Kurth, Sprecher für Behindertenpolitik:

Der vom Kabinett verabschiedete Nationale Aktionsplan zur UN-Behindertenrechtskonvention bleibt weit hinter dem zurück, was zur Umsetzung von Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und voller Teilhabe erforderlich ist. Die Bundesregierung lässt die Chance ungenutzt, den im Vorfeld gesammelten Visionen Taten folgen zu lassen. Stattdessen begnügt sie sich in vielen Bereichen damit, bereits gestartete oder schon abgeschlossene Programme aufzulisten, ohne dass ein Gesamtkonzept erkennbar wäre. Diesen Aktionsplan hätte die Regierung bereits vor einem Jahr vorlegen können, die Beteiligung der Betroffenen ist ohne jede erkennbare Wirkung geblieben.

Es wird kein Wort darüber verloren, das Wunsch- und Wahlrecht bei der Inanspruchnahme von Leistungen zur Teilhabe voll zu verwirklichen. Es gibt keine Ankündigung das Recht auf Teilhabe vom Einsatz von Einkommen und Vermögen abzukoppeln. Die Teilhabe am Arbeitsleben würde durch die Schaffung eines dauerhaften Nachteilsausgleichs viel effektiver gefördert, als durch immer neue Beschäftigungsprogramme für jeweils eng begrenzte Personengruppen. Auch ist nicht erkennbar, dass die Regierung die volle Gleichstellung im Zivilrecht verwirklichen möchte.


Mit dem vorliegenden Aktionsplan wurde eine große Chance vertan, die Politik für behinderte Menschen auf das Fundament der Behindertenrechtskonvention zu stellen.

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27. Mai 2011

Stiefkind des Gesundheitswesens

(Foto: Winfried Braun, pixelio)

 

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

 

 


NR. 0475
Datum: 26. Mai 2011

Verschiebung der Pflegereform: Jahr der Pflege abgesagt?


Vertreter von CDU/CSU und FDP haben verlautbart, dass die geplante Pflegereform frühestens zum 1. April oder 1. Juli 2012 in Kraft treten werde. Dazu erklärt Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik.

Der pflegepolitische Einstand des neues Gesundheitsministers Daniel Bahr ist ordentlich misslungen. Die Verabschiedung einer umfassenden Pflegereform wurde verschoben. Soviel also zum "Jahr der Pflege" 2011, das von Schwarz-Gelb versprochen worden war.

Schwarz-Gelb begründet dies mit "Gründlichkeit vor Schnelligkeit". Das ist ein Witz, denn alle Erkenntnisse liegen auf dem Tisch. Dass die Koalition es nicht kann, ist das eine. Viel schwerer jedoch wiegt, dass Millionen von Pflegebedürftigen und ihre Familien damit weiter auf dringend notwendige Leistungsverbesserungen warten müssen.


Die Union hat inzwischen immerhin begriffen, dass eine Beitragserhöhung in der Pflegeversicherung unumgänglich ist. Nur so kann die pflegerische Versorgung besser und nachhaltiger gestaltet werden. Die FDP hingegen lehnt eine Beitragserhöhung weiterhin kategorisch ab. Wie soll das jemals zusammengehen?


Das Einzige, was Schwarz-Gelb in absehbarer Zeit pflegepolitisch auf den Weg bringen wird, ist das Gesetz zur Familienpflegezeit von Kristina Schröder. Dieses Gesetz jedoch hält nicht, was es verspricht. Es bringt der großen Mehrheit der pflegenden Angehörigen überhaupt nichts.

Diese Koalition produziert pflegepolitisch bisher nur heiße Luft. Fast die Hälfte dieses "Jahrs der Pflege" ist abgelaufen – welch eine kümmerliche Bilanz. 


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12. Mai 2011

Pflegende Angehörige

(Foto: Rainer Sturm, pixelio)

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

 


Datum: 11. Mai 2011

 

 

Tag der Pflegenden: Neuer Minister, neues Glück?

 

 

Zum Internationalen Tag der Pflegenden am 12.05.2011 erklärt Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik.

Der künftige Ex-Gesundheitsminister Philipp Rösler hat 2011 zum Jahr der Pflege ausgerufen. Es ist nun an seinem designierten Nachfolger Daniel Bahr, dieser hehren, aber bisher hohlen Ankündigung Taten folgen zu lassen.

Herrn Rösler war die Pflege letztlich egal, was sein fluchtartiger Wechsel ins Wirtschaftsressort zeigt. Ob sich die Pflegepolitik unter Herrn Bahr ändern wird, wagen wir zu bezweifeln. Die Entsolidarisierung und zunehmende Privatisierung des Pflegesystems ist und bleibt das Ziel der FDP. Dagegen werden wir uns auch weiter zur Wehr setzen.


Herr Bahr hat zukünftig die Verantwortung für die Situation der Pflegenden in diesem Lande. Er muss dringend Maßnahmen gegen den bedrohlichen Fachkräftemangel ergreifen. Ausbildungsplätze müssen auf- und nicht abgebaut, die Reform der Pflegeausbildung zügig angepackt werden. Schwarz-Gelb muss endlich die Kostenübernahme für die Umschulung zur Pflegekraft regeln. All das sind Bausteine, um die Pflegeberufe wieder attraktiver zu machen.


Für pflegende Angehörige brauchen wir ein intelligentes Gesamtkonzept, um sie wirksam unterstützen zu können. Herrn Röslers bisherige Vorschläge dazu greifen viel zu kurz. Frau Schröders Modell für eine Familienpflegezeit ist unausgegoren und erreicht nur einen minimalen Teil der Angehörigen.


Wir fordern ein effektives Maßnahmenbündel: Pflegende Angehörige brauchen unabhängige Pflege- und Wohnberatung. Die ambulanten Leistungen der Pflegeversicherung müssen gezielt ausgebaut werden, etwa die Tages- und Kurzzeitpflege. Durch flexiblere Arbeitszeitmodelle müssen Pflege und Beruf langfristig vereinbar werden. Für Berufstätige, die Pflegeaufgaben nicht dauerhaft übernehmen können, schlagen wir einen Rechtsanspruch auf eine dreimonatige Pflegezeit vor, die mit einer steuerfinanzierten Lohnersatzleistung einhergehen soll.


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9. April 2011

Ärztliche Versorgung

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

NR. 0317
Datum: 8. April 2011


Versorgungsgesetz: Der Berg kreißte und gebar nichts


Zu den Eckpunkten der Koalition für ein Versorgungsgesetz erklärt Harald Terpe, Obmann im Gesundheitsausschuss des Bundestages:

Das Versorgungsgesetz wird die Versorgung nicht verbessern. Die Eckpunkte der schwarz-gelben Koalition enthalten nichts, was substanzielle Antworten liefert auf die kommenden Herausforderungen für die Gesundheitsversorgung einer alternden Gesellschaft. Statt echte Strukturreformen für mehr Qualität auf den Weg zu bringen, doktert die Koalition an einzelnen Symptomen herum und nennt das eine Verbesserung der "erlebten Versorgungsqualität". So wird 2011 kein Jahr der Patienten sondern ein Jahr des Stillstands.

Vorschläge zur Aufwertung der Primärversorgung? Fehlanzeige. Eine neue Aufgabenverteilung zwischen ärztlichen und nichtärztlichen Gesundheitsberufen? Fehlanzeige. Wirksame Schritte zur Überwindung der Trennung zwischen dem ambulanten und stationären Sektor? Auch hierzu kein Wort. Stattdessen finden sich in diesen Eckpunkten teure Geschenke an die Zahnärzte. Außerdem werden fragwürdige zusätzliche Planungsgremien ohne echte Kompetenzen ins Leben gerufen. Wirksame Anreize zum Abbau der Überversorgung in manchen Regionen werden endgültig abgeschafft. Die Gründung von Medizinischen Versorgungszentren wird erschwert. So kann die Versorgung in unterversorgten Regionen nicht verbessert werden.

Maßgeblich für die Koalition waren offenbar nicht die Interessen der Patientinnen und Patienten sondern vor allem die der Lobbyisten.



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25. Januar 2011

Gleichstellung

(Foto: Konstatin Gastmann, pixelio)

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen


NR. 0064
Datum: 25. Januar 2011

Gleichstellungspolitik ist Innovationspolitik


Zum Sachverständigengutachten für den Ersten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung erklärt Monika Lazar, Sprecherin für Frauenpolitik:

Das zentrale Ergebnis des Gutachtens heißt: Bis zur Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern ist es noch ein weiter Weg. Die konkreten Forderungen lauten: Minijobs abschaffen, Quote für Aufsichtsräte.

Das dürfte Ihnen bekannt vorkommen, Frau von der Leyen und Frau Schröder. Gleiche Forderungen stehen in unserem Positionspapier "Besser mit Frauen" und in unserem Gesetzentwurf zur Quote für Aufsichtsräte. Nehmen Sie die Handlungsempfehlungen Ihrer eigenen Kommission ernst und legen Sie diesen Bericht nicht in die Schublade. Nutzen Sie ihre Gestaltungsmöglichkeiten, damit wir der Gleichstellung in diesem Land endlich näher kommen.

Die Sachverständigen fordern eine Gleichstellungspolitik, die gleiche Chancen ermöglicht, dabei aber auch Raum für individuelle Wahlfreiheit lässt. Für den Arbeitsmarkt heißt das konkret, geringfügige Beschäftigungsverhältnisse nicht mehr zu fördern, Individualbesteuerung und Mindestlohn einführen. Die Entgeltungleichheit zwischen Frauen und Männern soll beseitigt werden. Bei der Vergabe öffentlicher Aufträge sind Maßnahmen zur Gleichstellung im Unternehmen zu berücksichtigen. Mit einer Quote für Aufsichtsräte und Führungspositionen soll die Stagnation in diesem Bereich aufgebrochen werden.

Auch für den Bereich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf macht die Kommission Vorschläge, wie den Ausbau der Kinderbetreuung, die Verbesserung der Verzahnung von familiärer und professioneller Pflege und eine Verlängerung der Partnermonate beim Elterngeld.

Gleichstellungspolitik kommt allen zu Gute. Die Sachverständigen sagen es klar und deutlich: Die Kosten des gegenwärtigen Nichtstuns übersteigen die einer zukunftsweisenden Gleichstellungspolitik bei Weitem.


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27. Januar 2011

Kunstfehler und Patientenrechte

(Foto: Dieter Schütz, pixelio)

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen


NR. 0071
Datum: 27. Januar 2011

Plädoyer für mehr Patientenrechte

 


Anlässlich der Anhörung im Gesundheitsausschuss zu einem Patientenrechtegesetz erklärt Maria Klein-Schmeink, Sprecherin für Patientenrechte und Prävention:

Wir bedauern es, dass die Deutsche Krankenhausgesellschaft und die Ärzteverbände die Chance vertan haben, ihren Beitrag zu einer Stärkung der Fehlerkultur und der Patientensicherheit deutlich zu machen. Patienten müssen sich darauf verlassen können, dass die Behandlung im Krankenhaus und beim niedergelassenen Arzt nicht zum Risiko wird, sonst kann kein Vertrauen in die Behandlung entstehen. Fehler und erkennbare Fehlerquellen im Behandlungsprozess müssen beseitigt werden. Wenn Fehler eingetreten sind, benötigen Patienten Beratung und Unterstützung, zuallererst durch ihren Arzt, aber auch von unabhängigen Beratungsstellen. Nach einem schweren Behandlungsfehler müssen  sie faire Chancen auf Entschädigung haben, das ist in vielen Fällen nicht gewährleistet.

Bei der Stärkung von Patientenrechten geht es nicht um den Eingriff in das Vertrauensverhältnis Arzt-Patient, sondern im Gegenteil, um das Vertrauen in gute Information, Beratung und Versorgung. Mehr Transparenz ist eine Grundvoraussetzung dafür. Die Stärkung des Vertrauensverhältnisses Arzt-Patient ist für beide Seiten wichtig. Vertrauen entsteht aber nur da, wo jeder über seine Rechte informiert ist.


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