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24. Juni 2011

Afghanistan

(Foto: TiM Caspary, pixelio)

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen


NR. 0556
Datum: 23. Juni 2011

Afghanistan: Der Abzug beginnt, Bundesregierung muss nachziehen


Zu den von Präsident Obama verkündeten Abzugsplänen der US-Truppen aus Afghanistan erklären Jürgen Trittin, Fraktionsvorsitzender, und Frithjof Schmidt, stellvertretender Fraktionsvorsitzender:

Wir begrüßen die Ankündigung Obamas, noch in diesem Jahr 10.000 und bis zum Sommer 2012 weitere 23.000 amerikanische Soldatinnen und Soldaten aus Afghanistan abzuziehen. Präsident Obama geht damit bei der Umsetzung der politischen Ziele der Londoner Konferenz voran. Er leitet die dringend nötige Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die afghanische Regierung ein.

Jetzt ist auch die Bundesregierung gefordert. Bisher hat sie sich, im Gegensatz zu vielen anderen ISAF-Partnern, einer konkreten Abzugsplanung verweigert. Westerwelles bloße Ankündigung, in diesem Jahr auch das deutsche Truppenkontingent zu reduzieren, reicht nicht aus. Auch der neue Verteidigungsminister de Maizière hat hier keine Wende gebracht. stattdessen hat er sogar die Abzugsdebatte in den USA kritisiert. Deutschland darf aber nicht zur militärischen Nachhut der internationalen Gemeinschaft in Afghanistan werden.


Wir fordern die Bundesregierung auf, spätestens im Herbst im Vorfeld der Petersberg-Konferenz einen klaren und konkreten Abzugsplan für die deutschen Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan vorzulegen. Die Zeit vager Floskeln und schwammiger Ankündigungen muss spätestens nach der Rede Obamas vorbei sein. Zudem erwarten wir, dass die Bundesregierung die Truppenobergrenze im nächsten Mandat signifikant absenkt und spätestens zum Jahresende den Abzug einleitet.

Gleichzeitig kann damit das deutsche Engagement in Afghanistan 2014 aber nicht beendet sein. Nötig ist weiterhin große Unterstützung beim zivilen Aufbau des Landes, der Bekämpfung von Korruption und der Entwicklung des ländlichen Raumes. Die Petersberg-II-Konferenz, die im kommenden Dezember in Bonn stattfinden soll, kann und muss hierfür wichtig Impulse setzen.

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19. November 2010

Bleiberecht

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

NR. 1370
Datum: 19. November 2010

IMK-Beschluss zum Bleiberecht: Chance für großzügige gesetzliche Regelung

Zu dem Beschluss der Innenministerkonferenz zumBleiberecht für gut integrierte Jugendliche erklärt Josef Winkler, Sprecher für Flüchtlingspolitik:

Der Beschluss der Innenminister ist für viele bislang nur geduldete Jugendliche ein Schritt in die richtige Richtung. Endlich ist auch bei den Innenministern angekommen, dass die bisherige Bleiberechtsregelung die Kinder für das Handeln ihrer Eltern in Haftung genommen hat und sie damit von einem Aufenthaltsrecht ausgeschlossen hat. Wir begrüßen ausdrücklich die Einsicht der Innenminister, dass eine stichtagsunabhängige Regelung das einzig sinnvolle Instrument ist, um humanitären Härtefällen vorzubeugen.

Jetzt ist die schwarz-gelbe Koalition gefordert, zügig einen Gesetzesvorschlag zur Umsetzung vorzulegen. In diesem darf das Kriterium der eigenständigen Sicherung des Lebensunterhalts keine unüberwindbare Hürde mehr darstellen.
Auch müssen weitere humanitäre Härtefälle, wie alte und kranke Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt keine Chance haben, in die gesetzliche Regelung aufgenommen werden. Nun kommt es auf die konkrete Ausgestaltung an – hieran werden wir uns konstruktiv beteiligen.


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24. Juni 2011

Euro - Griechenland

Dauerbaustelle (Foto: Konstantinos Dafalias, pixelio)

 

Zu den Perspektiven der wirtschaftlichen Rettung Griechenlands ist in der ZEIT ein Artikel von Altbundeskanzler Helmut Schmidt erschienen. Sie können nachlesen unter

http://www.zeit.de/2011/26/Griechenland-Rettung

 

Weitere Stellungnahmen zur Lage des EURO finden Sie unter Register 6 (Finanzen und Steuern)

 

26. Mai 2011

Bildungswesen - Ländergrenzen

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen


NR. 0469
Datum: 25. Mai 2011

FDP erkennt den Wert der Kooperation im Bildungssystem


Zur gestrigen Entscheidung der FDP-Bundestagsfraktion, das Kooperationsverbot im Grundgesetz aufzuheben, erklärt Priska Hinz, Sprecherin für Bildungspolitik:

Wir begrüßen es außerordentlich, dass nun auch die Liberalen das Kooperationsverbot im Bildungsbereich zwischen Bund und Ländern aufheben wollen. Nachdem der FDP-Parteitag Anfang Mai eine Entscheidung darüber noch vertagte, hat die FDP-Bundestagsfraktion nun den Ernst der Lage erkannt und eine gute Grundsatzentscheidung gefällt.

Den Grünen geht es nicht um die Abschaffung des Bildungsföderalismus oder die Einführung eines Bildungszentralismus. Wir wollen, dass die Verfassung Bund und Ländern die Möglichkeit gibt, ihre gesamtstaatliche Verantwortung koordiniert wahrzunehmen.

So können zum Beispiel Ganztagsschulen zur besseren individuellen Förderung oder die Lehrerbildung über Ländergrenzen hinweg verbessert werden. Unser Antrag liegt seit einem Jahr im Bundestag vor und wenn sich auch die CDU für eine bessere Kooperation entscheidet, kann eine Grundgesetzänderung endlich in Angriff genommen werden.


Nun ist Bundesbildungsministerin Schavan am Zug. Statt in Interviews die Abschaffung nur zu fordern, muss sie jetzt die Initiative ergreifen und einen konkreten Vorschlag zur Änderung des Grundgesetzes vorzulegen, dem der Bundestag und Bundesrat mit den erforderlichen Mehrheiten zustimmen können.


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(Grafik: wikipedia)

 

2. November 2010

Außenpolitik / EU

Angela Merkel versucht, Niederlagen in Brüssel den Deutschen als eigene Erfolge zu verkaufen.

Lesen Sie hierzu eine Stellungnahme der Fraktionsführung von Bündnis 90 / Die Grünen im Bundestag. Bitte auf den Text klicken.

(Foto: Olibär, pixelio)



 

Bitte achten Sie auf den Themenblock in der linken Spalte. Themen die nicht unter diese Rubriken fallen werden hier auf der Vorseite untergebracht.

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2. Februar 2012

Verkehrslärm

(Foto: Roland Elz, pixelio)

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

NR. 0083
Datum: 2. Februar 2012

EU-Fahrzeuglärmrichtlinie: Bundesregierung darf sich nicht länger zum Büttel der Autolobby machen


Zur geplanten EU-Fahrzeuglärmrichtlinie, die derzeit in Brüssel verhandelt wird, erklärt Stephan Kühn, Sprecher für Verkehrspolitik:

In Deutschland sind drei Millionen Bürgerinnen und Bürger in ihrem Wohnumfeld von gesundheitsschädlichem Straßenverkehrslärm betroffen. Verkehrslärm kann krank machen und verursacht jährlich enorme volkswirtschaftliche Kosten.


Die Neuregelung der zulässigen Geräuschpegel bei Fahrzeugen war längst überfällig, da die gültigen Grenzwerte noch aus dem Jahr 1995 stammen. Leider schöpft das von der EU-Kommission vorgeschlagene Grenzwertkonzept die heute bestehenden technischen Möglichkeiten nicht aus.

Die Bundesregierung muss bei den weiteren Verhandlungen in Brüssel deshalb auf wirksame Grenzwerte drängen. Dabei muss die neue Richtlinie bei Geräuschgrenzwerten und Prüfverfahren den Stand der Technik widerspiegeln.


Auch die geplanten Ausnahmeregelungen für Sportwagen und Geländewagen (SUV) mit einem Leistungs-Masse-Verhältnis von über 150 Kilowatt je Tonne, wie beispielsweise den Porsche Carrera 911, müssen gestrichen werden. Diese Sonder- regelungen gehen auf eine deutsche Initiative zurück. Die Bundesregierung darf sich hier nicht wie zuletzt bei der

Energieverbrauchkennzeichnung für Pkw zum Büttel der Autolobby machen. Der unheilvolle Einfluss des Verbands der Automobilindustrie (VDA) hat bisher alle Initiativen für wirksamen Umweltschutz ausgebremst.

Wenn die Bundesregierung keine schärferen Grenzwerte durchsetzt, wird sie ihre selbstgesteckten Ziele aus dem Verkehrslärmschutzpaket II klar verfehlen.

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12. Januar 2012

Tierschutz - auch für Nutz- und Versuchstiere

(Foto: Herbert Käfer, pixelio)



Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

NR. 0017
Datum: 12. Januar 2012

 


Zu wenig für einen ambitionierten Tierschutz, Frau Aigner


Zu dem von Bundesministerin Ilse Aigner vorgelegten Gesetzentwurf zur Änderung des Tierschutzgesetzes sowie dem Verordnungsentwurf zur Umsetzung der EU-Tierversuchsrichtlinie erklären Undine Kurth, Sprecherin für Tierschutzpolitik, und Friedrich Ostendorf, Sprecher für Agrarpolitik:

Der Vorstoß von Frau Aigner ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein angesichts der großen Probleme, auf die wir im Tierschutz in Deutschland stoßen. Eine echte Wende hin zur konsequenten Umsetzung des Staatsziels Tierschutz bleibt nach wie vor aus. Es ist wie immer mit Frau Aigner: Mit schwachen Ankündigungen begonnen und dann stark nachgelassen.

So richtig es ist, die Ausstellung von Qualzüchtungen zu verbieten: Vor allem muss es darum gehen, Qualzuchten zu verhindern. Gängige Qualzuchten, wie bei der Pute BIG 6, die mit schwereren Missbildungen leben muss, lässt Frau Aigner aber weiterhin zu.


Warum Frau Aigner für die Abschaffung der Ferkelkastration eine fünfjährige Übergangsfrist einräumt, ist nicht nachzuvollziehen, da hiermit das weitere Leiden von über 100 Millionen Ferkeln einhergeht. Die betäubungslose Kastration ist eine Tierquälerei, die sofort abgeschafft werden muss und kann. Mehrere praxisreife Alternativen stehen zur Verfügung. Zugeständnisse an die Landwirtschaftslobby sind völlig unangebracht, denn es gibt keinen vernünftigen Grund, Tierquälerei weiter zu dulden.

Auch schmerzhafte Eingriffe wie das Schnäbel oder Schwänze kürzen lässt Frau Aigner nach wie vor zu. Hier müssen schnell Verbote ausgesprochen werden, denn es kann nur gelten: Die Haltungsbedingungen sind den Tieren anzupassen und nicht umgekehrt.

Dass die Verordnung zur Umsetzung der EU-Tierversuchs-Richtlinie keine substanziellen Verbesserungen bringt, kann nicht verwundern. Schließlich hat die Bundesregierung tatkräftig dazu beigetragen, den ursprünglich guten europäischen Gesetzentwurf zum Schutz der Versuchstiere deutlich abzuschwächen und zu verwässern. Besonders bedauerlich ist es, dass gerade Ministerin Aigner durchgesetzt hat, dass die einzelnen EU-Mitgliedstaaten keine über das neue EU-Recht hinausgehenden verbesserten Regelungen schaffen dürfen.

Angesichts von 2,86 Millionen Versuchstieren in Deutschland (2010) muss die Förderung von Alternativmethoden zur Vermeidung von Tierversuchen gesetzlich festgeschrieben werden. Hier muss Frau Aigner mehr Engagement auch gegenüber dem Forschungsressort zeigen. Tierversuchsfreie In-vitro-Forschung oder Computersimulationen müssen deutlich gefördert werden und zum Standard in deutschen Laboren werden.
Die konsequente Vermeidung von Tierversuchen muss ein Markenzeichen für den Forschungsstandort Deutschland werden – und nicht der Anstieg der Versuchstierzahlen.

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6. September 2011

Datenschutz

(Foto: C.Nöhren, pixelio)

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen


NR. 0765
Datum: 6. September 2011

Bürgerinnen und Bürger gegen Vorratsdatenspeicherung



Zur Petition "Strafprozessordnung - Verbot der Vorratsdatenspeicherung" erklärt Memet Kilic, Mitglied im Innenausschuss und Obmann im Petitionsausschuss, und Dr. Konstantin von Notz, Sprecher für Innenpolitik:

Wir begrüßen das Engagement des breiten Bündnisses aus Datenschützern und Bürgerrechtlern, die in so kurzer Zeit über 17.000 Mitzeichnerinnen und Mitzeichner für diese Petition gewonnen haben.

Die starke Beteiligung an der Petition zeigt, dass die Bürgerinnen und Bürger mitbestimmen wollen, wenn es um die unverhältnismäßige Speicherung ihrer Daten geht. Sie wollen als mündige Bürgerinnen und Bürger ernst genommen werden. Gerade in Zeiten der Unzufriedenheit mit der Regierungsarbeit sind Petitionen ein wirkungsvolles Mittel für Bürgerinnen und Bürger, ihren Unmut zu artikulieren und sich aktiv in die politische Willensbildung einzumischen.


Wir sind gegen die Vorratsdatenspeicherung. Wir möchten keine übermäßige Überwachung, sondern das Recht des Einzelnen auf den Schutz seiner Privatsphäre und das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung gewahrt wissen. Die Bürgerinnen und Bürger dürfen vom Staat nicht unter Generalverdacht gestellt werden. Dieses Misstrauen zerstört das Vertrauensverhältnis zwischen Politik und Bevölkerung.

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29. Juni 2011

ZIVIS

(Foto: M.E., pixelio)

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NR. 0568
Datum: 28. Juni 2011

Fehlstart für den Bundesfreiwilligendienst


Zum Start des Bundesfreiwilligendienstes am 1. Juli erklären Kai Gehring, Sprecher für Jugendpolitik, und Britta Haßelmann, Parlamentarische Geschäftsführerin:

Die Startprobleme des handwerklich schlecht gemachten und überstürzt eingeführten Bundesfreiwilligendienstes waren vorhersehbar. Sie können nur überwunden werden, wenn Ungleichbehandlungen der Dienste und Intransparenz beseitigt sowie endlich attraktive Anreize für alle Freiwilligendienstleistende geschaffen werden.

Die Hau-Ruck-Aktion der Bundesregierung hat die junge Generation eher verunsichert als informiert. Das muss jetzt nachgeholt werden. Allein für das Jahr 2011 plant das Familienministerium 2,5 Millionen Euro für Werbekampagnen im Bundesfreiwilligendienst auszugeben. Dies steht in keinem Verhältnis zu Mittelkürzungen um bis zu 20 Prozent in diesem Haushaltsjahr für andere engagementfördernde Maßnahmen etwa im strukturellen und pädagogischen Bereich. Wirkungsvoller als Plakatkampagnen wäre die direkte Ansprache Jugendlicher durch aktive oder ehemalige Freiwilligendienstleistende.

Auch für ältere Menschen ist der Bundesfreiwilligendienst keine Lösung. Ende des Jahres läuft der Freiwilligendienst aller Generationen aus, ohne eigenes Anschlusskonzept.

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10. Juni 2011

Bundeswehr

(Foto: Mario Büttner, pixelio)

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NR. 0504
Datum: 8. Juni 2011

 


Kriegsspiele sind keine Kinderspiele!

 


Zur Meldung über weitere Bundeswehrveranstaltungen, bei denen Minderjährige Zugang zu Waffen erhalten haben, erklärt Agnieszka Malczak, Sprecherin für Abrüstungspolitik:

Kriegsspiele sind keine Kinderspiele. Werbung mit der Lust am Schießen hat in der Öffentlichkeitsarbeit der Truppe nichts zu suchen, schon gar nicht gegenüber Minderjährigen.

Die militärische Führung muss untersuchen, ob es zu weiteren Vorfällen gekommen ist, bei denen Kinder auf  Veranstaltungen der Bundeswehr Waffen in die Hände bekommen haben. Es muss dafür gesorgt werden, dass solche Kriegsspiele wie in Bad Reichenhall in Zukunft nicht mehr vorkommen.


Es ist besorgniserregend, dass einigen Soldaten scheinbar der Kompass verloren gegangen ist. Es wäre absolut inakzeptabel, wenn wiederholt gegen Grundsätze der Inneren Führung und der gesellschaftlichen Verantwortung der Bundeswehr verstoßen würde.

Es gibt die klare Regelung, dass Jugendliche und Kinder unter 18 Jahren keinen Zugang zu Waffen haben dürfen. Bei der Aufklärung kann es nicht nur um die Frage gehen, wer konkret die Idee hatte, Waffenspiele für Kinder anzubieten. An einer Veranstaltung wie in Bad Reichenhall sind diverse Soldaten unterschiedlicher Dienstgrade beteiligt und offensichtlich hat keiner etwas dagegen gehabt, dass Kinder mit Waffen hantieren. Es muss daher gewährleistet sein, dass die zuständige militärische Aufsicht für die Einhaltung der Regeln sorgt.

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9. Juni 2011

Frachtflugverkehr

(Foto: Andreas Zoerb, pixelio)

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen


NR. 0517
Datum: 9. Juni 2011

Luftsicherheit: Mach nur einen Plan….

 


Zum Fehlen eines Konzeptes für die Erhöhung der Sicherheit in der Luftfracht erklärt Wolfgang Wieland, Sprecher für Innere Sicherheit:

Im November 2010 konnte es nicht schnell genug gehen: Der damalige Bundesinnenminister de Maiziere glänzte in Brüssel mit einem Zehn-Punkte–Plan. Es war ihm so eilig, dass er nicht das Parlament, aber doch exklusiv die Bild am Sonntag vorab informieren konnte. Dann wurden Arbeitsgruppen gebildet. Vollmundige Ankündigen folgten, dass nun weltweit mehr Sicherheit im Flugverkehr durchgesetzt werden solle.

Ein halbes Jahr später zeigt sich: Nichts ist passiert. Im Bundeshaushalt wurden 450 Stellen eingeplant, um die Kontrollen zu verbessern. Nach sechs Monaten werden immerhin 80 davon freigegeben, um wenigsten die Umsetzung der grundlegendsten EU-Standards zur Überprüfung und Zertifizierung von Frachtunternehmen umsetzen zu können. Diese Überprüfung der sogenannten sicheren Versender soll nun von ehemaligen Bundeswehrangehörigen vorgenommen werden.


Die eigentlichen Kontrollen auf den Flughäfen werden durch die neuen Stellen aber nicht verbessert. An keinem Flughafen in Deutschland wird dadurch auch nur ein zusätzlicher Kontrolleur Frachtsendungen unter die Lupe nehmen. Dafür Stellen zu schaffen erlaubt das Haushaltsgesetz nur, wenn ein zwischen den beteiligten Ministerien abgestimmtes Konzept vorliegt. Aber das schafft diese Regierung nicht. Die Minister Ramsauer, Schäuble und Friedrich streiten, welche Stellen beim Luftfahrtbundesamt, beim Zoll und bei der Bundespolizei angesiedelt werden sollen. Da gehen Ressortegoismen ganz offensichtlich über Sicherheitsfragen. Die Ergebnisse der sogenannten Werthebach-Kommission werden inzwischen offenbar nur noch als Makulatur angesehen.

"Mach nur einen Plan, sei ein großes Licht, mache einen zweiten Plan, funktionieren tun sie beide nicht", reimte Berthold Brecht. Wir sind aber nicht im Theater, sondern in der blutigen Realität des internationalen Terrorismus. Da bleibt das bittere Fazit: Seit den Jemen-Bomben gibt es keine relevanten Fortschritte in der Luftfracht-Sicherheit.

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Bundestagsfraktion

Bündnis 90/Die Grünen


1. Juni 2011

Neue Atomwaffen für Deutschland

(Foto: Margot Kessler, pixelio)

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen


NR. 0491
Datum: 30. Mai 2011

Kein Festhalten an Atomwaffen in Deutschland!



Anlässlich der Meldung über neue US-Atombomben für Europa erklärt Agnieszka Malczak, Mitglied im Verteidigungsausschuss und Sprecherin für Abrüstungspolitik:

Statt die nukleare Abrüstung wie versprochen voranzutreiben, hält Schwarz Gelb an der Stationierung von US-Atombomben in Deutschland fest. Die angekündigte Modernisierung der in Europa stationierten US-Atomwaffen ist nicht nur ein herber Rückschritt für die weltweite nukleare Abrüstung, sondern offenbart, mit welcher Doppelzüngigkeit die Bundesregierung in der Abrüstungsfrage spricht.

 

 

 

 

Bisher gab es kein Wort des Widerspruchs und keine einzige Bemühung seitens des Außenministers gegenüber den USA, einer Verlängerung der Lebensdauer der substrategischen Atomwaffen in Deutschland entgegen zu treten. Im Gegenteil: das ausdrückliche Bekenntnis zur nuklearen Abschreckung in den neuen Verteidigungspolitischen Richtlinien macht deutlich, dass Schwarz-Gelb noch immer in der längst überholten Kalte-Kriegs-Logik verharrt.


Schon wieder kann sich das Leichtgewicht Westerwelle außenpolitisch nicht durchsetzen. Die für Frieden und Sicherheitspolitik so zentrale Abrüstungspolitik zerrinnt zunehmend in den Händen eines schwachen Außenministers. Wenn nun die Atomwaffen in Deutschland modernisiert werden, bleiben von Westerwelles Versprechen, den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland einzuleiten, nur noch leere Worthülsen.


Die Bundesregierung muss ohne Wenn und Aber auf Atomwaffen in Deutschland und auf die Fähigkeit, diese mit deutschen Flugzeugen im Rahmen der NATO einzusetzen, verzichten und darf die Modernisierungsplänen der USA nicht tatenlos hinnehmen. 



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25. Mai 2011

Katastrophenschutz

(Foto: Gerd Altmann, pixelio)

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen


NR. 0464
Datum: 25. Mai 2011

TAB-Bericht: Mit Erneuerbaren Energien Stromversorgung im Katastrophenfall sichern


Zur heutigen Veröffentlichung des Berichts "Gefährdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften - am Beispiel eines großräumigen und langandauernden Ausfalls der Stromversorgung" durch das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) erklären Hans-Josef Fell, Sprecher für Energiepolitik, und Dr. Konstantin von Notz, Sprecher für Innen- und Netzpolitik:

Der Bericht bestätigt: Der Katastrophenschutzes muss im Hinblick auf mögliche großflächige und länger anhaltende Stromausfälle reformiert werden. Das unübersichtliche System des Krisenmanagements in Bund und Ländern ist selbst katastrophal. Der Katastrophenschutz muss stärker und zentraler koordiniert werden. Das Katastrophenmanagement muss grenzüberschreitenden Szenarien gerecht werden. Die Bundesregierung darf den Ausbau europäischer Katastrophenabwehrkapazitäten nicht länger zurückweisen.


Prävention durch Reduzierung der eigentlichen Risiken von schweren Stromausfällen muss im Mittelpunkt der Anstrengungen stehen. Das TAB bestätigt, dass die dezentrale Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien eine Schlüsselrolle spielen kann, um ein das Katastrophenpotenzial zu verringern. So genannte "Inselnetze", also von anderen Stromnetzen unabhängige Verteilungsnetze, könnten regional und lokal die Stromversorgung aufrechterhalten und somit wichtige Infrastruktureinrichtungen, wie Krankenhäuser oder Banken, absichern. Mit Diesel betriebene Notstromaggregate reichen nicht aus, da auch die Treibstoffversorgung bei einem Stromausfall schnell zusammenbricht.

Der Ausbau von dezentral verfügbaren Erneuerbaren Energien muss gezielt und vorrangig für gefährdete Infrastruktureinrichtungen angegangen werden. Je schneller wir uns unabhängig machen von fossilen und atomaren Importen, desto besser sind wir gegen die Gefahren eines langandauernden und großflächigen Stromausfalls gewappnet.


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21. Mai 2011

Finanzmarkt / EURO

(Fotomontage: Gerd Altmann, pixelio)

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NR. 0448
Datum: 20. Mai 2011


Basel III-Umsetzung: So nicht!

 

Zu aktuellen Berichten, die EU-Kommission plane starke Abweichungen bei der Umsetzung von Basel III, erklärt Dr. Gerhard Schick, Sprecher für Finanzpolitik:

 


Es kann nicht sein, dass die EU-Kommission grundlegende Bestandteile der Basel III-Vereinbarungen über den Haufen wirft. Schließlich sind die Ergebnisse der Baseler Verhandlungen nur erste Schritte für ein stabileres Finanzsystem. Offenbar haben sich in den Hinterzimmern die Lobbyisten aus der Finanzindustrie durchgesetzt.


So sollen die neuen langfristigen Liquiditätsanforderungen an Banken ersatzlos gestrichen werden. Dabei ist eine wesentliche Erkenntnis, dass es sich bei der globalen Finanzmarktkrise auch um eine gravierende Liquiditätskrise handelte. Es gibt noch Diskussionsbedarf bei den geplanten Liquiditätsregeln - doch es wäre fatal, wenn jetzt alles beim Alten bliebe.

Auch die Absicht der EU-Kommission, verwässerte Basel III-Vereinbarungen als europaweit einheitliche Maximalregeln umsetzen zu wollen, verfehlt das Ziel stabiler Finanzmärkte: Wenn einzelne Länder Risiken ihres Systems darüber hinaus eindämmen wollen, dann muss das möglich sein. Völlig zu recht und im nationalen Interesse haben Großbritannien und - als Nicht-EU-Mitglied - die Schweiz von sich aus Schritte zur schärferen Regulierung ihrer Banken vorgenommen. Wir fordern daher eine Mindestharmonisierung und keine Maximalregeln.


Sollten sich die verwässerten EU-Kommissionsvorschläge durchsetzen, würden wohl auch die USA Basel III nicht wie ursprünglich vereinbart umsetzen. Die Folge wäre eine globalwirtschaftlich schädliche Abwärtsspirale um die schwächsten Regulierungsstandards.



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19. Januar 2011

Einwanderungsstatistik

(Illustration: Gerd Altmann, pixelio)


Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen


NR. 0046
Datum: 19. Januar 2011

Migrationsbericht 2009:

Deutschland ist nicht attraktiv genug

Zum veröffentlichten Migrationsbericht 2009 erklärt Memet Kilic, Sprecher für Migrationspolitik:

Wir haben zum zweiten Mal in Folge einen negativen Gesamtwanderungssaldo. Knapp 1,5 Millionen Menschen sind in den vergangenen beiden Jahren ausgewandert. Die Bemühungen der Regierung, diese Zahlen positiv zu deuten, sind lächerlich.

Damit unser Sozialsystem nicht zusammenbricht und der Fachkräftebedarf gedeckt werden kann, ist Deutschland auf Einwanderung angewiesen. In der Einwanderungspolitik sieht man, wer die Dagegen-Parteien sind. Die Union ist gegen eine Punktesystem, sie ist gegen eine Senkung der Einkommensgrenze für ausländische Fachkräfte und sie ist gegen eine bessere aufenthaltsrechtliche Perspektive für Einwanderer.


Auch aufgrund der restriktiven Behördenpraxis erhält Deutschland nur eine kleine Auswahl von qualifizierten Einwanderern. Unsere Kleine Anfrage (Drs.Nr. 17/2559) anlässlich der Visumsverweigerung für ausländische Studierende hat gezeigt, dass die deutschen Botschaften im Auftrag dieser Regierung mit aberwitzigen Argumenten den Zuzug von klugen Köpfen regelrecht bekämpfen.

Die Einbürgerungsquote sank im Zeitraum von 2000 bis 2009 von 2,6 auf 1,4. Es ist sehr bedenklich, dass die Einbürgerungszahlen langfristig rückläufig sind. Obwohl etwa fünf Millionen Ausländer seit mehr als acht Jahren in Deutschland leben und somit die wichtigste Voraussetzung zur Einbürgerung erfüllen, sind sie bis heute nicht eingebürgert. Das ist alarmierend für unser Land.


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3. Dezember 2010

Ellenbogengesellschaft

(Foto: BirgitH, pixelio . . . . . . Klick+)

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NR. 1442
Datum: 3. Dezember 2010

Dem krisenbedingten Anstieg Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entgegenwirken



Zur heutigen Vorstellung der aktuellen Ergebnisse der Studie "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit – Eine Langzeituntersuchung" von Prof. Wilhelm Heitmeyer
 erklärt Monika Lazar, Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus:

Politik und Wirtschaft sind dringend aufgefordert, dem Auseinanderdriften der Gesellschaft entgegen zu wirken, um einen weiteren Anstieg Gruppenbezogener Menschenfeind- lichkeit und allgemeiner gesellschaftlicher Entsolidarisierung zu verhindern.


Es überrascht nicht, dass seit 2009 der Anteil jener, die sich durch die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen bedroht fühlen, von 47 auf 53 Prozent signifikant gestiegen ist. Wer sich von der Krise bedroht fühlt, neigt insgesamt eher zu Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Diese gefühlte Bedrohung schlägt sich auch in aggressiven Stimmungen nieder. Rund 34 Prozent der Befragten sind der aktuellen Studie zufolge zornig, da sie so unter Druck stehen.

Auffallend ist laut Heitmeyer die Entwicklung in den oberen Einkommensgruppen: Bei den Besserverdienenden steigt der Anteil derjenigen, die meinen, weniger als ihren gerechten Anteil zu erhalten – groteskerweise trotz der "anhand objektiver Daten gemessenen Umverteilung von unten nach oben". Diese Positionen gehen einher mit deutlicher Ablehnung "volkswirtschaftlich Nutzloser" (Arbeitslose und Obdachlose).

Wer wie Westerwelle von "anstrengungslosem Wohlstand" der Hartz IV-Empfänger phantasiert, fördert diesen fatalen Trend zur Abwertung sozial Schwacher. Für uns Grüne ist soziale Gerechtigkeit kein Lippenbekenntnis. Die Krisenlasten können nicht länger nur von den sozial Schwachen getragen werden.

Besorgniserregend ist auch der deutliche Anstieg von Islamfeindlichkeit und Antisemitismus. Dass Rassismus und Fremdenfeindlichkeit auf hohem Niveau stabil geblieben sind, bietet keinen Anlass zu jubeln. Erfreulich ist hingegen der Rückgang von Sexismus und Homophobie – allerdings bleibt auch auf diesem Feld noch viel zu tun.


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